Moorschrat

Moorschrat

 

So lang man sich erinnern kann, wird in Dettingen-Wallhausen eine zünftige Fasnacht gefeiert, in der der Moorschrat damals schon eine bedeutende Rolle gespielt hat. Man erzählte sich Geschichten, dass in den Mooren und Rieden Moorgeister hausten, welche die Dettinger Bevölkerung ärgerten. Die Sage erzählt, dass rings um die Gemeinde der Schrat nachts spukte, die Menschen im Traum plagte und sie mit Irrlichtern ins Moor, dem heutigen Kabesland lockte, um sie zu necken.

So trafen sich schließlich am Anfang des Jahres 1963 acht Männer und gründeten eine Narrenzunft. Der Moorschrat wurde zum Sinnbild dieser neugegründeten Zunft und zum Wahrzeichen der Dettinger und Wallhauser Fasnacht gekürt.

Man kleidetet den Schrat ein. Es wurde ihm ein grünbraunes Fleckenhäs verpasst. Er bekam gelbschwarze Ringelkniestrümpfe, schwarze Schuhe und ein rotes, dreieckiges Halstuch. Seine Fratze ist eine etwas unheimlich anmutende handgeschnitzte Holzmaske mit einer langhaarigen Pferdeschweifperücke. Der Binsenwedel (Schilfgebinde), den der Moorschrat immer bei sich hat, sowie das Geschell am Häs, sollen das Rauschen und Klingen des Schilfes, dem eigentlichen Aufenthaltsort des Schrates erinnern. Der Moorschrat ist in der Zwischenzeit eine sehr aktive Fasnachtsfigur geworden und eine bis weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannte Narrenzunft.